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ENTLASTEN UND FASTEN

October 09, 2026•3 min read

Entlasten und fasten – was sagt die wissenschaft

Detox, Entlastungstage, Scheinfasten, Intervallfasten – rund ums Fasten gibt es viele Begriffe und noch mehr Versprechen.

Aber was davon lässt sich wissenschaftlich tatsächlich begründen? Was passiert in unserem Körper, wenn wir weniger oder seltener essen? Welche Rolle spielen Essenspausen? Und wann beginnt eigentlich die viel zitierte Autophagie?

Diesen Fragen gehe ich in den nächsten Wochen nach. Der Artikel wächst dabei Stück für Stück.


Braucht unser Körper überhaupt Entlastung

Gerade der Begriff „Detox“ – also „Entgiften“ – wird gerne ein wenig belächelt. Schließlich ist unser Körper ein kluges Kerlchen und kann mit ausgeklügelten Systemen unerwünschte und schädliche Stoffe umwandeln und ausscheiden. Vor allem Leber und Nieren spielen dabei eine wichtige Rolle.

Das bedeutet jetzt aber nicht gleich, dass es ihm völlig egal ist, was und wie viel wir ihm essensmäßig zuführen.


Ein gutes Beispiel: der Säure-Basen-Haushalt

Der pH-Wert unseres Blutes liegt zwischen 7,35 und 7,45. Verschiedene Puffersysteme, Lunge und Nieren sorgen dafür, dass der Wert im „grünen Bereich“ bleibt. Die Nieren spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie unter anderem Säuren ausscheiden und den Bicarbonathaushalt regulieren. PubMed

Und unsere Ernährung beeinflusst durchaus, wie viel Säure über die Niere ausgeschieden werden muss.

Dafür gibt es sogar eine wissenschaftliche Berechnungsgröße: den PRAL-Wert – Potential Renal Acid Load. Vereinfacht gesagt beschreibt er die potenzielle Säurebelastung eines Lebensmittels für die Nieren.

Obst und Gemüse weisen häufig negative PRAL-Werte auf, während beispielsweise viele Käsearten, Fleisch und Getreideprodukte eher positive Werte haben. Das heißt nicht, dass die einen Lebensmittel „gut“ und die anderen „schlecht“ sind. Der PRAL-Wert beschreibt lediglich einen Aspekt unserer Ernährung. PubMed


Ist eine hohe Säurelast also problematisch?

Hier wird es interessant – und gleichzeitig etwas komplizierter.

2025 wurden die Ergebnisse von 118 Untersuchungen mit insgesamt mehr als einer Million Menschen gemeinsam ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass eine Ernährung mit höherer Säurelast mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken zusammenhing. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes; bei anderen untersuchten Erkrankungen waren die Ergebnisse weniger eindeutig. PubMed

Das heißt aber noch nicht, dass eine hohe Säurelast diese Erkrankungen verursacht. Menschen mit unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten unterscheiden sich häufig auch in anderen Bereichen ihres Lebensstils und ihrer Gesundheit. Welchen Anteil die Säurelast selbst an den beobachteten Zusammenhängen hat, lässt sich daher nicht eindeutig sagen.

Aussagen wie „Du bist übersäuert und musst dich basisch ernähren“ sind dann doch ein bisschen zu einfach.


Und was hat das jetzt mit Entlastung zu tun?

Wie schon beschrieben, ist unser Körper sehr tüchtig beim Regulieren. Beim Säure-Basen-Haushalt sieht man das besonders schön.

Gleichzeitig zeigt das Beispiel aber auch: Nur weil unser Körper etwas ausgleichen kann, muss es ihm noch lange nicht egal sein, wie viel er ausgleichen muss.

Für mich ist das ein interessanter Gedanke, wenn wir über Entlastung sprechen.

Denn vielleicht freuen sich auch unsere inneren Organe, wenn sie hin und wieder ein wenig die Beine hochlegen und weniger arbeiten können – zumindest symbolisch betrachtet.

Was aber passiert tatsächlich im Körper, wenn wir ihm für eine Weile weniger Energie zuführen? Genau das schauen wir uns als Nächstes an.

Fortsetzung folgt...


Wenn du genauer nachlesen möchtest

Hamm LL, Nakhoul N, Hering-Smith KS: Acid-Base Homeostasis. 2015. PubMed

Remer T, Manz F: Potential renal acid load of foods and its influence on urine pH. 1995. PubMed

Abbastabar M et al.: Dietary Acid Load and Human Health: A Systematic Review and Meta-analysis of Observational Studies. 2025. PubMed a

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