
Gemüse-Offensive 4 - Knollensellerie: der warzige Allrounder
Gemüse-offensive 4 - knollensellerie - der warzige allrounder
Knollensellerie – mehr als nur Suppengemüse 🥣
Selbst die größten Kochmuffel haben wahrscheinlich schon einmal einen Bund Suppengrün gesehen. Das Gemüse, das meist als halbe Scheibe dabei ist, ist Knollensellerie.
Mit seinem kräftigen, würzigen Geschmack passt Knollensellerie sowohl in warme als auch in kalte Speisen. Er macht sich gut als Püree, paniertes „Sellerieschnitzel“, im Ofen geröstet oder fein gehobelt im Salat – ein richtiger Tausendsassa in der Küche.
Apropos Geschmack: Hier reicht die Beschreibung von angenehm pikant bis ziemlich penetrant – Geschmäcker sind halt verschieden 😉.
Herkunft und Verwandtschaft
Botanisch gehört Knollensellerie zur Familie der Doldenblütler und trägt den wissenschaftlichen Namen Apium graveolens var. rapaceum. Zu seinen Verwandten zählen unter anderem Stangensellerie und Schnittsellerie.
Ursprünglich stammt Sellerie aus dem Mittelmeerraum. Heute wird er in vielen Teilen Europas angebaut und gehört auch in Österreich zu den klassischen Lagergemüsen. Die Knollen können recht groß werden – bis zu 20 cm Durchmesser und ein Gewicht von rund einem Kilogramm sind durchaus möglich.
Äußerlich wirkt Knollensellerie mit seiner grau-braunen, leicht warzigen Schale vielleicht nicht besonders schick. Doch unter der Schale verbirgt sich ein festes, weißes Fruchtfleisch mit intensivem Aroma.
Saison und Lagerfähigkeit 🧺
Knollensellerie wird meist zwischen Juni und Dezember geerntet. Da sich die Knollen sehr gut lagern lassen, kannst du ihn aber das ganze Jahr über regional kaufen.
Gerade als Lagergemüse spielt er eine wichtige Rolle: In kühlen Räumen kann er mehrere Wochen bis Monate aufbewahrt werden. Zu Hause hält sich Knollensellerie im Gemüsefach des Kühlschranks meist zwei bis drei Wochen, wenn er unangeschnitten bleibt. Ist das nicht der Fall, decke die angeschnittenen Flächen gut ab.
Beim Einkauf lohnt sich ein kurzer Drucktest: Die Knolle sollte fest und kompakt sein. Lässt sich die Schale leicht eindrücken, ist sie meist nicht mehr ganz so frisch.
Was im Knollensellerie steckt
Mit rund 19 Kilokalorien pro 100 Gramm gehört Knollensellerie zu den eher kalorienarmen Gemüsesorten. Gleichzeitig liefert er eine Reihe wichtiger Nährstoffe. Dazu zählen unter anderem:
Kalium, Calcium und Eisen
Vitamin C
Vitamin K
B-Vitamine
Ballaststoffe
Besonders charakteristisch sind die enthaltenen ätherischen Öle, die für den typischen Geruch und Geschmack verantwortlich sind. Diese Pflanzenstoffe werden auch mit verschiedenen gesundheitlichen Wirkungen in Verbindung gebracht.
Verdauung und Stoffwechsel
Knollensellerie enthält neben Mineralstoffen und Vitaminen auch eine Reihe sekundärer Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Diese können die Verdauung unterstützen und zu einem längeren Sättigungsgefühl beitragen.
Traditionell wird Sellerie außerdem eine anregende Wirkung auf Verdauung und Stoffwechsel zugeschrieben. Einige seiner Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und können dazu beitragen, die Körperzellen vor freien Radikalen zu schützen.
Der alternative Name „Geilwurz“ für Sellerie legt die Vermutung nahe, dass er auch als Potenzmittel wirken soll. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür allerdings nicht – aber probieren geht über studieren.
Knollensellerie aus Sicht der TCM
Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Knollensellerie geschätzt. Ihm werden unter anderem ausleitende, schleimlösende und entwässernde Eigenschaften zugeschrieben. Außerdem soll er das Leber-Yin stärken, die Milz tonisieren, die Gallentätigkeit anregen und Hitze aus dem Körper ausleiten.
Knollensellerie in der Küche 🔪
In der Küche ist Knollensellerie deutlich vielseitiger, als sein Ruf vermuten lässt.
Natürlich bleibt er ein Klassiker im Suppengemüse, wo er Suppen und Saucen sein typisches Aroma verleiht. Darüber hinaus lässt sich die Knolle aber auch ganz unterschiedlich verwenden:
als cremiges Selleriepüree
in Gemüsepfannen oder Aufläufen
als paniertes Sellerieschnitzel
fein gehobelt in Salaten
oder geröstet im Backofen
Auch die Sellerieblätter haben eine Daseinsberechtigung. Sie enthalten besonders viele aromatische ätherische Öle und eignen sich hervorragend zum Würzen von Suppen, Salaten oder Gemüsegerichten.
Ein Hinweis noch: Bei akuter Nierenentzündung sollte Sellerie besser gemieden werden.
Schälen und Vorbereiten
Vor der Verarbeitung wird Knollensellerie meist großzügig geschält, da die äußere Schale relativ fest ist. Anschließend kann die Knolle je nach Rezept in Scheiben, Würfel oder Streifen geschnitten werden.
Das weiße Fruchtfleisch verfärbt sich an der Luft relativ schnell bräunlich. Ein paar Tropfen Zitronensaft oder Essig können diesen Oxidationsprozess verlangsamen.
Ein unterschätzter Küchenklassiker
Auch wenn Knollensellerie äußerlich nicht gerade als Schönheit durchgeht – kulinarisch hat er einiges zu bieten. Sein intensives Aroma, die vielseitige Verwendung und die gute Lagerfähigkeit machen ihn zu einem echten Allrounder in der Küche.
Vielleicht lohnt es sich also, ihn beim nächsten Einkauf einmal nicht nur als Teil des Suppengrüns, sondern als eigenständiges Knöllchen zu sehen.
Rezeptideen 👨🍳👩🍳:
Wenn du Lust hast, solche alltagstauglichen Lebensmittel einmal bewusst in den Mittelpunkt zu stellen, findest du hier Infos zu meinen Entlastungstagen im März.
