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ROSMARIN & WEINTRAUBE

October 02, 20246 min read

ROSMARIN

Rosmarinus officinalis ist ein Blattgewürz, das zur Familie der Lippenblütler gehört. Der Name kann mit „Meertau“ übersetzt werden. Eine Anspielung auf das häufige Vorkommen an der Mittelmeerküste.  

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Rosmarin ist eine alte Kulturpflanze, die bei den antiken Griechen der Göttin Aphrodite geweiht war. Rosmarin war (und ist immer noch) bei allen Gelegenheiten dabei: Geburt, Hochzeit, Tod. Die Ägypter haben ihren Toten Rosmarinzweige mit auf die Reise gegeben. Im frühen Mittelalter wurden Rosmarinzweige in den Krankenstuben der Klöster aufgehängt, um die Luft zu reinigen. Das starke Aroma des „Zauberkrauts“ soll Dämonen fernhalten. Und ein Zweiglein Rosmarin beim Räuchern, einzeln oder im Kräuterwerk wirkt ausgleichend, entspannend, stärkend, aktivierend, reinigend und hilft den Seelen Verstorbener beim Übergang.

Schon die Schüler im frühen Griechenland haben sich während ihrer Prüfungen einen Rosmarinkranz aufgesetzt, um die Konzentration zu steigern. Wenn dir das etwas umständlich erscheint, kannst du auch ein paar Tropfen Rosmarinöl in die Duftlampe geben, das wirkt anregend, schafft einen klaren Kopf und verbessert die Gedächtnisleistung und die Aufmerksamkeit.

Rückblende ins 16. Jahrhundert: Königin Isabella von Ungarn, 72jährig unter Rheuma und Gicht leidend soll der Geschichte nach durch den regelmäßigen Genuss von Rosmarinblüten-Wasser vital und schön geworden sein. So sehr, dass der König von Polen um ihre Hand angehalten hat.

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Rosmarin war als Kult- und Heilpflanze hoch angesehen, bis sie in Italien (endlich) als Küchenkraut eingesetzt wurde. Sie hat sich als typisches Gewürz der mediterranen Küche etabliert. Verwendet werden die Blättchen (= Nadeln), die ein bisschen an Tannen erinnern.

Und wie schmeckt er jetzt, der Rosmarin? Beißend, intensiv, würzig, herb. Das liegt an den Inhaltsstoffen wie Cineol, Borneol, Campher. Außerdem sind noch Bitterstoffe und Flavonoide drinnen.

Und weil er so intensiv schmeckt, lieber vorsichtig dosiert verwenden. Vor allem die getrocknete Variante schmeckt kräftiger. Gib‘ diese lieber erst zum Schluss zum Essen.

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Den frischen Rosmarin kannst du schon mitkochen. Entweder ganz klein geschnitten oder mit dem Mörser zerstoßen oder als ganzes Zweiglein, das du nach dem Kochen wieder entfernst.

Rosmarin ist gerne in Gesellschaft und harmoniert sehr gut mit anderen Kräutern wie

  • Basilikum

  • Oregano

  • Thymian

  • Liebstöckl

  • Bohnenkraut

Hier ein paar Kombi-Vorschläge, wo Rosmarin gut dazu passt:

  • Knoblauch und Zitrone

  • Knoblauch und Wein

  • Butter und Zitrone

  • Zwiebel und Erdäpfel

  • Knoblauch und Lamm

  • Parmesan und Polenta

Da passt das Kraut gut dazu: Fleisch (Lamm, Schaf, Wild, Schwein), Huhn, Fisch, Erdäpfel, Paradeiser, Melanzani, Zucchini, Pilze, Salate, Olivenöl, Rotwein

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Dass Rosmarin die Gedächtnisleistung steigern soll, habe ich oben schon erwähnt. Ansonsten wirkt er noch günstig bei Blähungen, Durchfall, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und den Kreislauf kurbelt er auch noch an. Rosmarin fällt also eher in die Kategorie „Muntermacher“.

Rosmarin kannst du nicht nur essen, sondern auch trinken, in Form von Tee. Dafür übergießt du 1 TL Rosmarinblätter mit 1/4 l heißem Wasser, lässt das ganze 10 Minuten ziehen und seihst dann ab. Und wie bei allen Kräutertees gilt auch hier, bitte nicht dauernd trinken.

Wenn du erschöpft bist, kannst du dir ein Rosmarin-Bad gönnen. Dafür werden 100 g Rosmarinblätter mit 2 l Wasser aufgekocht und 15 – 30 Minuten mit geschlossenem Deckel stehen gelassen. Den Absud gibst du dann ins Badewasser. Wegen der aufmunternden Wirkung nicht gerade als Einschlafhilfe geeignet. Bitte Vorsicht bei Bluthochdruck!

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Auch die TCM sieht den Rosmarin sehr wohlwollend: Die Thermik ist warm, er aktiviert und stärkt das Qi und vertreibt Kälte. Passt also sehr gut in die kommende kalte Jahreszeit. Er soll auch die Libido stärken.

Bei aller Begeisterung für dieses hübsche Pflänzchen, möchte ich darauf hinweisen, dass während der Schwangerschaft auf Zubereitungen aus Rosmarinblättern (z.B. Tee oder Öl) verzichtet werden soll. Es gibt aber keine Bedenken, das Kräutlein als Gewürz zu verwenden.

So kannst du einen Rosmarin-Sirup machen:

(https://utopia.de/ratgeber/rosmarinsirup-ein-rezept-fuer-selbstgemachten-wuerzigen-sirup_154813/)

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  • 400 ml Wasser mit 200 g (Vollrohr)zucker kochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Temperatur reduzieren.

  • ca. 50 g Rosmarinnadeln und 1-2 in Scheiben geschnittene Zitronen dazugeben und ca. 1 Stunde lang bei schwacher Hitze köcheln.

  • Sirup durch ein feines Sieb in eine saubere Flasche füllen.

  • Nach dem Abkühlen im Kühlschrank lagern.

  • Mit Wasser verdünnen oder Cocktails damit verfeinern.

WEINTRAUBE

Allseits bekannt und oft beliebt – bei manchen eher in flüssiger Form, kommt sie in hübschen Farben daher: grün, dunkelblau, rosé. Für gewöhnlich tritt sie in der Gruppe auf. Es gibt sie schon ein bisschen länger, seit ca. 5000 Jahren wird die Traube angebaut. Den daraus gemachten Wein haben vermutlich schon die alten Ägypter genossen, genauso die Römer in der Antike. Im Mittelalter haben dann die Weinreben in Klöstern Einzug gehalten.

Der Wein war zu dieser Zeit noch nicht so alkoholhaltig und auch Kinder haben ihn schon bekommen (genauso wie Bier). Beides hat als hygienischer gegolten als Wasser.

In fester Form ist die Traube zum Essen sehr praktisch, nichts zum Schälen, keine pickigen Finger. Für diesen Zweck werden Tafeltrauben angeboten. Hier sind die einzelnen Früchte größer, oft kernlos und haben eine dünnere Schale und weniger Säure. Bei der Weintraube für den Wein hingegen stehen andere Eigenschaften im Vordergrund: eher klein, feste Schale, viele Kerne, höherer Säuregehalt. Aber wie so oft: Alles eine Frage des persönlichen Geschmacks. Beide sind sie Weintrauben, Tafeltrauben aber zum Essen, nicht zum Trinken.

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Die Weintraube hat ein sehr gutes Image, was ihre Inhaltsstoffe betrifft. Zu ihrem diesbezüglichen Repertoire gehören Vitamine (B1, B6, Niacin), Kalium, Kalzium, Eisen, Folsäure, Ellagsäure, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, wie Lutein, Zeoxanthin, Anthocyane, Resveratrol und oligomere Proanthocyanidine (OPC). Die beiden Letzteren sind in der Schale und in den Kernen zu finden und wirken gut als Anti-Aging Mittel. Also, ran an die Trauben MIT Kernen. Farblich gibt es Unterschiede, die blauen Weintrauben haben mehr Antioxidantien (wegen des dunklen Farbstoffs Anthocyan) und enthalten auch höhere Mengen von Resveratrol und OPC.

Leider gehört die Weintraube aber auch zu den Obstsorten mit einem hohem Zuckeranteil, davon entfällt die Hälfte auf Fruktose. Wenn du also unter Fruktoseintoleranz leidest, sind die Träublein nicht empfehlenswert.

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Noch einmal zum oben erwähnten Kern: Aus diesen Kernen wird das Traubenkernöl gewonnen (kaum zu glauben, wie das manchmal zusammenpasst 😉). Es gibt raffinierte und kaltgepresste Varianten. Nimm‘ lieber das kaltgepresste Öl, auch wenn es teurer ist. Die wertvollen Inhaltsstoffe (allen voran die ungesättigten Fettsäuren) sind hier noch besser erhalten. Omega 6-Fettsäuren sind in großer Menge enthalten. Das ist prinzipiell auch gut, ein Zuviel davon ist aber nicht sooo toll. Daher lieber nicht ständig Traubenkernöl verwenden.

Auch wenn du es ein wenig erhitzen kannst, zum Kochen und Braten ist es nicht geeignet. Es harmoniert sehr gut mit Fisch, Meeresfrüchten, Rind und Wild. Aber auch mit vegetarischen Gerichten und Beilagen. Zum Verfeinern das Öl einfach über dein Essen träufeln. Nach dem Öffnen rasch verbrauchen und bis dahin gerne im Kühlschrank lagern.

Traubenkernöl kannst du auch für die Pflege deiner Haut verwenden: pur auftragen, einmassieren, einwirken lassen, Reste abwischen. Geeignet für trockene und fettige Haut. Das Öl spendet Feuchtigkeit, wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Auch Haare mögen Traubenkernöl, vor allem wenn sie trocken und anfällig für Spliss sind. Dafür das Öl in die trockenen Spitzen einarbeiten.

Oder du halbierst gekühlte Trauben und massierst damit dein Gesicht.

Die TCM unterscheidet bei der Wirkung der Weintraube zwischen den hellen und dunklen Varianten. Die blauen Sorten haben einen stärkeren Bezug zum Blut und wirken hier nährend. Die Weißen wirken mehr auf dein Qi und können dir helfen, wenn du dich müde und schlapp fühlst.  

Beide aber sind dem Element Erde und dem süßen Geschmack zugeordnet. Sie wirken befeuchtend bei trockenem Hals, trocknem Husten, aber auch bei trockenem Stuhl.

Ein Weintraubenkompott ist schnell gemacht:

  • Weintrauben ggf. halbieren und mit der gewünschten Menge Wasser aufkochen und 5 – 10 Minuten kochen.

  • Als „Geschmacksverstärker“ kannst du z.B. Zitronensaft, Vanillemark, Vanilleschote, Kardamomkapseln, Zimtrinde oder Gewürznelken mitkochen.

  • Das heiße Kompott in Gläser füllen, diese auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.

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Und zum Schluss die Links zu den „gemeinsamen“ Rezepten:

Traubenmarmelade mit Rosmarin und Zitrone

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Focaccia mit Trauben und Rosmarin

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Liebe Grüße

Eva

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